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INFORMATIONEN |
| H I N T E R G R U N D -
I N F O R M A T I O N E N: |
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• Stand
der Dinge
• Verbot von Wildtieren
in Zirkussen
• Zirkus - Der falsche
Zauber
• Wie leben Tiere im Zirkus?
•
Transport, Klima, Ernährung - die schleichende
Folter
• Dressur - die Abrichtung
zum Automaten
•
Psychische Leiden - das übersehene Innenleben
• "Der Panther" von Rainer Maria
Rilke
• Zirkusland
Deutschland
• Zur
politischen Entwicklung
• Datenbank
Zirkus - Ihre Mithilfe ist gefragt!
• DEUTSCHLAND – In
keinem anderen Land gibt es so viele Zirkusse
• Finanzielle
Situation und Tierhaltung | Transport und Dressur | Psychische
und physische Erkrankungen
• Arbeitsplätze
| Auffangstationen
• Fazit
(einfach auf die Überschriften klicken!) |
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Stand
der Dinge
In Deutschland existieren über
300 fahrende Zirkusunternehmen, von denen die meisten Wild- und Haustiere
mit sich führen. Den Tieren ist es nicht möglich, ihre angeborenen,
arttypischen Verhaltensweisen auch nur annährend auszuleben. Zudem
leiden sie enorm unter ständigem Ortswechsel, häufigen Transporten,
wechselnden bzw. ungeeigneten klimatischen Verhältnissen und extremem
Raum- und Bewegungsmangel. Schwere Verhaltensstörungen treten
häufig auf. Da viele Zirkusunternehmen unter chronischem Geldmangel
leiden, kann zudem ein Mindestmaß an tierärztlicher Versorgung
oft nicht gewährleistet werden.
Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls die große Gefahr, die von Wildtieren
ausgeht: Nicht selten wurden Zuschauer und Passanten durch nicht mehr kontrollierbare
Wildtiere lebensgefährlich verletzt oder sind gar ums Leben gekommen.
In Deutschland gibt es keine Verordnung, die die Haltung und Unterbringung von
Tieren in Zirkussen regelt. Es gibt lediglich Leitlinien, die völlig unzureichend
und zudem nicht rechtsverbindlich sind. Nur sehr wenige Zirkusbetriebe bemühen
sich um die Einhaltung dieser in den Leitlinien definierten
Minimal-Vorgaben.
Obwohl der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist, ist es Amtstierärzten
und Staatsanwälten oft nicht möglich, Tierquälereien zu verhindern.
Um helfend eingreifen zu können, müssen die Tiere von Amts wegen beschlagnahmt
oder eingezogen werden. Dies scheitert in vielen Fällen daran, dass der
Zirkus den Amtsbezirk umgehend verlässt, nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten,
wie z. B. Auffangstationen, für die Tiere vorhanden sind oder die Veterinärbehörden
chronisch unterbesetzt sind, so dass tierärztliche Kontrollen oftmals auch
unzureichend sind. Darüber hinaus erweisen sich Veterinärbehörden
oft als wenig kooperativ gegenüber Tierschutzorganisationen.
Werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Anzeige gebracht, werden
diese häufig nicht geahndet und bleiben ohne Folgen für die Angezeigten.
Die so dringend benötigte Hilfe für die betroffenen Tiere kann dann
nicht geleistet werden.
Nur ein Verbot der Tierhaltung in Zirkussen kann hier Abhilfe schaffen. |
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Verbot
von Wildtieren in Zirkussen
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte verfolgt langfristig das Ziel,
ein Verbot der Tierdressuren und Tierhaltungen in Zirkussen zu erwirken. Wildtiere
gehören in ihren natürlichen Lebensraum. Nur dort können sie so
leben, wie es ihrer Art entspricht. Es gibt aus ethischer Sicht keine Rechtfertigung,
sie zu Zwecken des Gelderwerbs gefangen zu halten, zu dressieren und zum Freizeitvergnügen
der Menschen in der Manege vorzuführen.
Zum Thema "Wildtierhaltung und Tierschutz - Ein Paradoxon" hat
die Organisation "PRO
WILDLIFE" eine Abhandlung geschrieben. Diese gibt es hier als pdf-Datei
zum herunterladen.
Den Artikel „Applaus ist das
Brot des Künstlers – und der bittere Tod aller Hoffnungen
für die Zirkustiere“ von Frank Albrecht, der im aktuellen
Tierrechtsmagazin "TIERBEFREIUNG" erschienen
ist, gibt es hier ebenfalls als pdf-Datei
zum herunterladen.
Nachdem der Tierschutz seit August 2002 Verfassungsrang genießt, müssen
die Interessen der Tiere bei Gericht ebenso Berücksichtigung finden, wie
der Rechtsanspruch des Dompteurs oder Tierlehrers auf Ausübung seines
Berufes. |
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Zirkus
- Der falsche Zauber
Dressierte Tiere im Zirkus gelten noch immer als "Attraktion". Die
kurzen Auftritte in der Manege, von Musik und Applaus umrauscht, vermitteln dem
Publikum, besonders den Kindern, die Illusion, dass es diesen Tieren gut geht.
In Wahrheit sind Zirkustiere zu einem erbärmlichen Leben verurteilt. Viele
Menschen haben längst erkannt, dass Tiernummern im Zirkus nicht mehr dem
heutigen Verständnis von Tieren entsprechen. In manchen Ländern (etwa
in den skandinavischen) sind fast alle Wildtiere im Zirkus schon lange verboten.
In Österreich haben die Bundesländer eine entsprechende Vereinbarung
beschlossen. Viele Städte und Gemeinden (z.B. in Kanada, Italien, USA) verweigern
solchen Unternehmen den Auftritt auf öffentlichem Grund. Verhaltensforscher
und Zoologen bemühen sich aus Fachkenntnis zunehmend darum, die üble
Tradition der Zurschaustellung "wilder" Tiere zu Unterhaltungszwecken
abzuschaffen.
In Deutschland gibt es über 250 (!) reisende Zirkusunternehmen, wobei noch
Gastspiele ausländischer Unternehmen hinzukommen. Ein Gesetz, das die Haltung
und Dressur von Zirkustieren regelt, gibt es nicht - in einem Land, in dem sonst
bekanntermaßen alles und jedes geregelt wird. Das grobmaschige Tierschutzgesetz
beschäftigt sich nicht speziell mit Exoten. Die Anregungen in den so genannten "Leitlinien" für
Zirkusbetriebe, die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstmals
1990 aufgestellt und zehn Jahre später ein wenig überarbeitet wurden,
enthalten nur minimale Anforderungen, die obendrein von Ausnahmen durchlöchert
sind und denen überhaupt keine rechtliche Verbindlichkeit zukommt. Ähnliche
Leitlinien ohne Gesetzeskraft gibt es für Reptilien, Pferde und Säugetiere
allgemein.
Veterinärbehörden schauen - wenn überhaupt - nur oberflächlich
nach, ob allzu krasse Abweichungen vom "Üblichen" vorliegen, etwa
ansteckende Krankheiten oder auffälliger Schmutz. Sie verfügen in der
Regel auch nicht über Experten für Wildtiere. Gewöhnlich sind
sie froh, wenn der Zirkus nach einigen Tagen aus ihrem Zuständigkeitsbereich
mit unbekanntem Ziel verschwindet. Staatsanwälte stellen Anzeigen meist
wegen Geringfügigkeit ein. Die Beschlagnahme selbst extrem schlecht gehaltener
Tiere scheitert meist schon daran, dass es keine geeigneten Auffangstationen
gibt. Allenfalls müssen die Zirkusleute mit ein paar Auflagen rechnen, nach
denen am nächsten Spielort niemand mehr fragt.Seite 2: Warum lieben wir
den Zirkus? Der "Zauber der Manege" hat
eine starke Wirkung. Für die meisten Menschen verbinden sich
damit ungetrübt schöne Kindheitserinnerungen - bunte Pracht,
glitzernde Kostüme, aufregende Darbietungen von Artisten, Seiltänzern,
Jongleuren, mitreißende Musik, tollpatschige Clowns - und die
fabelhaften Tiere, die so erstaunliche Kunststücke vorführen,
bilden eine Einheit. Ein Besuch im Zirkus ist immer etwas Besonderes,
ein festliches Ereignis für die Familie, das aus dem Alltag
herausfällt, oft eine Belohnung für Kinder.
Solche Eindrücke setzen sich im Gefühl fest. Aus den Kindern werden
Eltern, die das verklärte Erlebnis nostalgisch als ein Stück unbeschwerter "heiler
Welt" in sich tragen und ihren eigenen Kindern weitergeben möchten.
Damit arbeiten sie, ohne es zu wollen, einer Einrichtung zu, die es verstanden
hat, Tierquälerei als fröhliches Geschehen zu tarnen. Kritiker gelten
als Spielverderber. Auch Prominente und Politiker schmücken sich hier
gern mit ihrer "kindlichen Naivität", damit man sie lieb hat. |
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| Wie
leben Tiere im Zirkus?
Die Tradition und die positive Besetzung
des Zirkuserlebnisses erlauben es, noch die auffälligsten Missstände
zu übersehen. Wo etwa wäre der Grundsatz des Tierschutzgesetzes
erfüllt, Tiere artgerecht zu halten und verhaltensgerecht unterzubringen?
Wie kann etwa die - lebenslange (!) - Unterbringung eines Nilpferds
in einem Wasserbecken, in dem es gerade mal Platz hat, diesem Grundsatz
entsprechen? Kann es der Natur eines Panthers gemäss sein, sein
Leben in einem Käfig zu verbringen, der nur zwei, drei Schritte
Bewegung erlaubt?
Wer seine eigene Vernunft sprechen lässt, muss eigentlich sofort erkennen,
dass es völlig unmöglich ist, Tiere im Zirkus artgerecht zu halten.
Alle Wildtiere sind evolutionär auf sehr viel Raum angewiesen, meist auf
viele Quadratkilometer. Sie müssen laufen, springen oder klettern, schwimmen
oder fliegen. Diese Bedürfnisse werden lebenslänglich nicht erfüllt.
Man muss kein Zoologe sein, um zu begreifen, dass allein diese permanente Entbehrung
eine permanente Qual darstellt.
Die verschiedenen Tierarten haben darüber hinaus viele weitere angeborene
Anlagen. Elefanten etwa leben natürlicherweise in Familienverbänden
mit ausgeprägten Bindungen zwischen Eltern, Kindern und Verwandten, in
einer sinnvollen Ordnung. Löwenmütter hat wohl schon jeder Fernsehzuschauer
beim zärtlichen Umgang mit ihren Kindern beobachtet. Giraffen und Zebras
sieht man in großen Herden über die Steppe ziehen. Flusspferde drängen
sich dicht an dicht in Gewässern. Andere, wie etwa Stachelschweine, sind
Nachttiere, denen das Tageslicht weh tut, Bären brauchen Höhlen,
Badestellen, Winterschlaf.
Von Affen weiß jeder Mensch, wie bewegungsfreudig und unternehmungslustig
sie sind und was für interessante, komplizierte Beziehungen sie untereinander
pflegen. Was Affen wie der im Zirkus besonders beliebte Schimpanse, dessen
genetische Anlagen zu 98,4 Prozent mit denen des Menschen identisch sind, in
lebenslanger Gefangenschaft erdulden müssen, kann man sich auch mit wenig
Phantasie vorstellen. Schließlich ist dies die höchste Strafe, die
unsere Gesellschaft für schwere Verbrechen vorsieht. Welche Verbrechen
hat der Schimpanse begangen?
Zahllose Verhaltensmuster, die den "wilden Tieren" von der Natur
mitgegeben sind und die für sie eine innere Notwendigkeit darstellen,
können auch im besten Zirkus niemals ausgelebt werden. Dafür fehlt
schon ganz einfach der Raum und die artgemäße Umgebung. Angeborenes
soziales Verhalten kann nie ausgelebt werden, da die Tiere nur Schauzwecken
dienen und daher meist einzeln leben müssen, ohne die vielfältigen
Kontakte zu Artgenossen.
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| Transport,
Klima, Ernährung - die schleichende Folter
Jeder Zirkus reist. Ein paar Monate im
völlig reizarmen Winterquartier - im Frühjahr, Sommer,
Herbst wird dann umhergezogen. Der Aufenthalt an den Spielorten dauert
meist nur ein paar Tage. Die mitgeführten Tiere "reisen" nicht
- sie werden transportiert. Das bedeutet, dass sie über lange
Strecken in kleinstmöglichen Käfigen eingepfercht sind
und nur minimal versorgt werden können. Wie können solche
Transporte "artgerecht" sein?
Alle "exotischen" Zirkustiere verbringen ihr Leben in einem ihnen
nicht gemäßen Klima. Sie stammen aus den Tropen, aus dem Dschungel
oder, wie etwa der riesige Kodiakbär, aus der Arktis. Selbst die Minimalempfehlungen
der "Leitlinien" können in der Praxis kaum erfüllt werden.
Für kälteempfindliche Tiere wie Elefanten, Nashörner, Flusspferde
ist eine Heizung vorgesehen, was besonders bei kleineren Zirkusbetrieben schon
am Geld scheitert. Höchst unwahrscheinlich, dass "die arttypischen
Anforderungen der Tiere an Temperatur und Frischluftzufuhr" an all den
verschiedenen Spielstätten und bei den Transporten berücksichtigt
werden. Zum artgemäßen Klima gehört auch etwa die Feuchtigkeit
oder Trockenheit der Luft, Wind und Sonne, Jahreszeitenwechsel, tropischer
Regen oder Eiseskälte, je nach den Witterungsverhältnissen der Gegenden,
an die die Tiere seit Jahrmillionen evolutionär angepasst sind.
Die Ernährung dürfte bei den größeren Zirkusunternehmen
einigermaßen ausreichend sein, bei kleineren ist sogar das nicht immer
der Fall. Viele müssen in den Fußgängerzonen der Städte
um das Nötigste betteln, besonders im Winter. Auch ist es nicht damit
getan, dass die Tiere satt werden. Die Vielfalt von Nähr- und Ergänzungsstoffen,
die in der Natur instinktsicher aufgenommen werden, kann ihnen nicht zugeführt
werden. Von wissenschaftlich halbwegs abgesicherten Kenntnissen des Ernährungsbedarfs
kann bei dem Personal der Zirkusbetriebe nicht die Rede sein. Außerdem
dient die Nahrungsaufnahme in der Freiheit nicht nur der Stillung des Hungers.
Wildtiere sind darauf eingerichtet, ihre Nahrung zu suchen, auszuwählen
oder zu erbeuten. Mit diesen Vorgängen, die unter natürlichen Umständen
einen großen Teil ihres Lebensinhalts darstellen, gehen biologisch-chemische
und psychologische Prozesse Hand in Hand. Nur hingeworfenes Essen aufnehmen
macht die Tiere stumpfsinnig.
An sachgemäße ärztliche Betreuung und Behandlung im Krankheitsfall
ist nicht zu denken, da Fachveterinäre für exotische Tiere (noch
dazu für die unterschiedlichsten Arten) sehr selten sind und von den meist
ländlichen Spielorten aus kaum erreicht werden können. Viele Tiere
werden krank und sterben, von der Öffentlichkeit unbemerkt, an der Unzulänglichkeit
der Ernährung, den klimatischen Bedingungen, den Belastungen der Transporte
und der ständigen Ortswechsel. Von Stress, Angst, Orientierungsverlust,
Krankheiten, Einsamkeit gequält, vegetieren die aus fremden Zonen verschleppten "Künstler" vor
sich hin. |
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Dressur
- die Abrichtung zum Automaten
In den letzten Jahren bemühen sich die Zirkusbetreiber darum, den Besuchern
einzureden, dass ihre Tiere ohne Gewalteinwirkung die von ihnen verlangten Kunststücke
erlernen und vorführen. Die allergrausamsten Methoden, wie sie Jahrhunderte
lang gang und gäbe waren, etwa Bären auf glühenden Platten das "Tanzen" beizubringen,
systematisches Prügeln oder Stechen mit spitzen Eisenstangen mögen
in den besseren Zirkusbetrieben nicht mehr der Alltag sein. Doch gehören
sie noch keineswegs überall der Vergangenheit an. Das "Training" ist
in der Regel nicht öffentlich, niemand kontrolliert die Mittel und Wege,
mit denen Gehorsam erzwungen wird.
Aber auch die sogenannte "sanfte Dressur", derer sich besonders die
namhaften Unternehmen der Branche rühmen, ist niemals tiergerecht. Kein
freundliches Zureden allein bringt einen Elefanten dazu, sich mit seinem ganzen
Gewicht einbeinig auf einem Schemel zu erheben oder überzeugt einen Löwen,
seine natürliche Angst vor Feuer zu überwinden und durch einen Feuerreifen
zu springen. Die Dressurmethoden mögen zum Teil etwas subtiler geworden
sein, aber in jedem Fall bleibt das Prinzip "Strafe und Belohnung" erhalten.
Strafe ist mindestens Futterentzug, also Hungernlassen, oft genug die Zufügung
von Schmerzen. Angeblich fordere man Zirkustieren nur Leistungen ab, die im Bereich
ihrer natürlichen Anlagen liegen. Richtig ist daran nur, dass man Nilpferde
nicht zum Fliegen oder Giraffen nicht zum Seilhüpfen abrichten kann. Aber
Bären, die Schlittschuh oder Rollschuh fahren, sind nach wie vor eine beliebte
Unterhaltung - ist das im Rahmen "natürlicher Anlagen"? Liegt
es in der Natur von Elefanten, auf Melkschemeln zu balancieren? Zumindest werden
potentielle Verhaltensweisen ausgebeutet, zu denen die Tiere sonst nur in Extremsituationen
fähig sind, so etwa wenn sie die Angst vor Feuer oder Lärm überwinden
müssen, um einer noch größeren akuten Gefahr auszuweichen. Angst
vor dem Peitschenknall und der dadurch signalisierten bevorstehenden Strafe muss
einen solchen Auslöser für den Einsatz extremen Verhaltens ersetzen.
Dressur ist in jedem Fall Gewaltausübung. Immer muss der Wille des Tieres
gebrochen und in die Richtung gezwungen werden, die derjenige vorgibt, der die
Macht ausübt. Im Rahmen der permanenten Gefangenschaft hat das Tier gar
keine andere Wahl, als sich dem Willen seiner Beherrscher zu fügen. Sein
Gehorsam ist Resignation. Was geschieht wohl mit den Tieren, denen es nicht gelingt,
ihren natürlichen Willen aufzugeben - und dadurch ihre Futterkosten und
den Erfolg ihrer Dompteure einzuspielen?
In jedem Fall wird das dressierte Tier seiner Würde beraubt. Es wird zum
Automaten degradiert, zu einem Roboter ohne eigenen Willen.
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Psychische
Leiden - das übersehene Innenleben
Im Zirkus sieht das Publikum nur eine äußere Hülle wirklicher
Tiere. Zirkusbesucher halten sich in der Regel für tierlieb und bewundern
die Schönheit und Geschicklichkeit ihrer Lieblinge. Es ist schon zufriedenstellend,
wenn sie äußerlich unverletzt und gut genährt wirken. "Wie's
da drinnen aussieht," scheint niemanden zu bekümmern. Das ist eine
Folge der antiquierten, aber immer noch im Unterbewusstsein verankerten, Vorstellung,
dass Tiere kein Innenleben, keine Individualität, keine "Seele" haben.
Tierpsychologie und Verhaltensforschung fördern nahezu täglich Beweise
dafür zutage, dass diese Auffassung völlig an der Realität vorbeigeht
- und jeder Haustierhalter weiß aus Erfahrung, dass sein Tier Gefühle
hat. Warum sollte für Wildtiere nicht gelten, was für Hund und Katze
gilt? Im Gegenteil, Haustiere, die bei ihren Familien leben, können kurzfristige
Einschränkungen ihres inneren Wohlgefühls leichter ertragen, wenn sie
in ihre sonst zufriedenstellende Situation eingebettet sind. Wildtiere hingegen
müssen nahezu alles entbehren, wonach es sie innerlich verlangt.
Gewiss entwickeln einzelne Tiere zu manchen Betreuern auch Zutraulichkeit. Doch
den allergrößten Teil ihrer psychischen Bedürfnisse kann ihnen
auch freundliche Behandlung nicht ersetzen. Bewegung etwa ist nicht nur ein äußerer
Vorgang, sie ist so sehr Teil der Freiheit, dass die Einschränkung der Bewegungsfreiheit
ständigen Stress verursacht. Das gilt auch für die immer wieder geforderte
Unterwerfung beim Einüben der Dressurakte. Wut und Hass können sich
aufstauen. Wie immer wieder zu lesen ist, entlädt sich solcher Stau nicht
selten, indem Tiere ihre Zuchtmeister oder andere Personen angreifen, verletzen
oder töten. Dafür erhalten sie dann in der Regel die Todesstrafe.
Eine der schwersten Belastungen ist die furchtbare Langeweile, die in der - ausnahmslos
immer zu engen - "Behausung" das tägliche, jahrelange Los der
auf Anregung und Beschäftigung angewiesenen Tiere ist. Die Zirkusbetreiber
bringen oft vor, dass ihre Tiere weniger der Langeweile ausgesetzt seien als
Zootiere. Gewiss stellt der Auftritt, stellen auch die Proben ein bisschen Abwechslung
in dem trostlosen Einerlei dar. Aber der Auftritt dauert wenige Minuten, das
Training bedeutet Stress. Auslaufmöglichkeiten sind, wenn überhaupt
vorhanden, auf winzigen und uninteressanten Raum beschränkt, ein paar Quadratmeter
eingezäunter sandiger Fläche.
Trauer, Einsamkeit, Kummer um den einen oder anderen Gefährten, der ihnen
manchmal zufällt und dann wieder abhanden kommt, Widerwille gegen aufgezwungene
Nachbarn - die Skala der inneren Leiden dieser Arbeitssklaven kann jeder, der
Einfühlungsvermögen und einige Kenntnis von den Anlagen der Tiere hat,
selbst verlängern. Die Abwehrbehauptung, dies sei eine "vermenschlichte
Sicht", greift längst nicht mehr, da die moderneren Forschungen, die
sich nicht mehr von oben herab dem Tier nähern, die - biologisch bedingten
- elementaren Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier auch im psychischen Bereich
nachweisen, wenn auch natürlich in den jeweiligen, artspezifischen Abwandlungen.
Eine "Vermenschlichung" hingegen liegt in der törichten Annahme,
Affen oder Bären hätten Spaß daran, sich in albernen Verkleidungen
mit albernen Kunststückchen zu präsentieren.
Tiere sind keine Automaten, die mittels Nahrungszufuhr "funktionieren".
Sie haben ein hoch differenziertes Innenleben. Die dauerhafte Belastung, alle
angeborenen Bedürfnisse zu unterdrücken und sich ohnmächtig einer
von außen bestimmten, artfremden Lebensweise anpassen zu müssen, kommt
einer psychischen Folter gleich. Das gilt auch für die quälende Langeweile
der Beschäftigungslosigkeit, zu der sie für den weitaus größten
Teil ihres Tageslaufs zeitlebens verurteilt sind.Seite 6: Die pädagogische
Gefahr - das Zerrbild von »wilden Tier«Schon sehr kleinen Kindern
wird durch den Zirkus ein falsches Bild von dem Wesen der Tiere vermittelt. Die
Illusion ist perfekt, da die erzwungenen Leistungen auch noch Bewunderung erzeugen.
Das betäubt die Frage danach, wie die tierlichen Artisten wirklich sind
und wie ihnen zumute sein mag. Niemand scheint sich zu fragen, wo und wie sie
ihr Leben außerhalb der Manege verbringen. Und selbst wenn die engen Käfige
hinter den Kulissen sichtbar werden, realisiert kaum jemand, dass sie der lebenslängliche "Wohnraum" von
Arbeitssklaven sind. Dass Käfige, Gitter, Peitschen und "wilde" Tiere
zusammengehören, prägt sich als Selbstverständlichkeit ein.
Der Zirkus feiert die Herrschaft des Menschen über die Tierwelt. Er führt
auf spielerische Weise vor, dass uns das "Recht" zustehe, über
alle Geschöpfe dieser Erde nach Belieben zu verfügen. Wenn wir uns
von Kindheit an daran gewöhnen, es für "normal" zu halten,
dass Wildtiere nach unserer Peitsche zu tanzen haben, erlernen wir nicht den
Respekt vor der Würde und dem Eigenleben anderer Wesen. |
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Zirkusland
Deutschland
Deutschland gilt mittlerweile als das Land mit den meisten Zirkussen
in Europa.
Bei einem Blick auf Deutschland und in andere
EU-Staaten ist folgendes fest zu stellen:
Dänemark, Finnland, Österreich und Schweden haben schon vor Jahren
Haltungsverbote für bestimmte Tierarten beschlossen (z. B. Affen, Elefanten,
Großkatzen Robben, Nashörner, Wölfe). Doch in Deutschland dürfen
Zirkusse noch immer alle Tierarten mitführen. Es wird lediglich empfohlen,
einige Arten nicht in Zirkussen zu halten (u.a. Menschenaffen, Nashörner,
Pinguine)
Die Fakten liegen auf der Hand:
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| 1. |
Dem Bundesverband Menschen für Tierrechte ist kein Zirkus
bekannt, der die mitgeführten Tiere ohne jede tier- oder artenschutzrechtliche
Beanstandungen hält.
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| 2. |
Nur wenige Amtstierärzte kontrollieren
die Zirkusse umfassend, erteilen Auflagen und verfolgen ihre Umsetzung.
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| 3. |
Zirkusse erhalten häufig von Amtstierärzten
eine Genehmigung zur Haltung der Tiere und zum Betreiben des Zirkusses,
obwohl sie tier- und artenschutzrechtliche Bestimmungen nicht einhalten.
|
| 4. |
Nur ausnahmsweise werden Tiere durch die
Behörden beschlagnahmt. Eine solche Verfügung erfolgt
in der Regel aufgrund eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz
und eher selten wegen Missachtung tierschutzrechtlicher Vorschriften.
Dabei bestätigen Studien, dass aus verhaltenskundlicher Sicht
zumindest die Haltung der häufig mitgeführten Wildtiere
wie Affen, Bären, Elefanten und Großkatzen, in Zirkussen
nicht möglich ist.
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| 5. |
Die Wegnahme der Tiere gelingt nur in Ausnahmefällen.
Sie scheitert bereits daran, dass die Behörden nicht wissen,
wo sie das Tier unterbringen sollen. In der Regel ermitteln Tierrechts-
und Tierschutzorganisationen solche Auffangplätze und übernehmen
die nicht unerheblichen Kosten für Unterbringung und Versorgung.
In anderen Fällen entzieht sich der Zirkus dem Zugriff der
Behörden etwa durch Abreise mit unbekanntem Ziel oder durch
Verschwindenlassen des Tieres. Auch tätliche Angriffe auf
Behördenvertreter sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt
sind nicht ungewöhnlich, um den Vollzug der Rechtsvorschriften
erfolgreich zu vereiteln.
Bitte setzen Sie sich gemeinsam mit dem Bundesverband Menschen für Tierrechte
dafür ein, dass Bundesministerin Künast schnellstmöglich die Erarbeitung
eines Verordnungsentwurfes auf den Weg bringt.
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Wie die
Praxis zeigt, ist es den Behörden nicht möglich, die Umsetzung
bestehender Haltungsvorgaben sicherzustellen. Die Leidtragenden sind immer
die Tiere; lassen Sie uns bitte gemeinsam dafür sorgen, dass die Leidenstragödien
der Tiere endgültig der Vergangenheit angehören.
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Zur
politischen Entwicklung
Der vom Bundesland Hessen in den
Bundesrat eingebrachte Antrag auf ein Haltungsverbot
für Affen, Bären und Elefanten in Zirkussen wurde Ende September 2003
im Agrarausschuss des Bundesrates behandelt. Hier stellte Bayern den Antrag auf
ein grundsätzliches Haltungsverbot von Wildtieren - insbesondere Affen,
Bären und Elefanten - in Zirkussen und forderte, wie auch Hessen, die Einführung
eines Zirkuszentralregisters. Auch Schleswig-Holstein brachte einen Antrag auf
Listung der Tiere, die problemlos in Zirkussen zu halten sind, ein. Letztlich
empfahl der Agrarausschuss dem Bundesrat den Vorschlag Bayerns. Am 17. Oktober
2003 hat der Bundesrat abgestimmt und sich mehrheitlich für die Empfehlungen
des Agrarausschusses ausgesprochen. Nun ist es Aufgabe des Bundesministerium
für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, einen Verordnungsentwurf
zu erarbeiten. |
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Datenbank
Zirkus - Ihre Mithilfe ist gefragt!
Wie viele Zirkusunternehmen mit wie vielen und welchen Tieren in Deutschland
unterwegs sind, wird derzeit nirgendwo registriert. Daher ist der Bundesverband
an der Einrichtung einer europaweiten Datenbank beteiligt, wo solche Informationen
erfasst werden sollen. Die gesammelten Angaben sind sowohl für die Vorbereitung
konkreter Aktionen vor Ort und die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit hilfreich
als auch, um Missständen bei der Tierhaltung abzuhelfen.
Um Informationen und Daten über die Zirkusse zu bekommen, brauchen wir Ihre
Mithilfe. Wenn ein Zirkus in Ihren Wohnort kommt, füllen Sie bitte den Meldebogen
aus, den Sie hier
herunterladen können, und schicken oder faxen Sie ihn an uns (alle notwendigen
Angaben dazu finden Sie auf dem Meldebogen).
Um die nötigen Informationen zu erhalten, reicht es aus, die Tierschau -
welche die meisten Zirkusse anbieten - zu besuchen.
Bitte unterstützen Sie uns dabei, diese Datenbank auf dem aktuellsten Stand
zu halten. |
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DEUTSCHLAND – In keinem anderen Land gibt es so viele Zirkusse!
ca. 300 - 450 Zirkusse,
davon ca. 35% „Bettelzirkusse“,
ca. 5.000 Tiere in Zirkussen,
ca. 3.000 km Strecke im Jahr,
ca. 80% der Zirkusmitarbeiter empfangen Sozialhilfe
Genaue Zahlen
sind nicht möglich, da es (noch) keine zentrale Meldung und
Registrierung von Zirkusbetrieben in Deutschland gibt... |
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Folgende Tierarten werden in Zirkussen missbraucht
und um ihr Leben in Freiheit gebracht:
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| Menschenaffen: |
Schimpansen, Orang-Utan
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| andere Affen: |
Rhesusaffen, Paviane, Berberaffen, Schweinsaffen, Meerkatzen,
Rotgesichtsmakak
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| Elefanten: |
Afrikanische und Asiatische Elefanten
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| Bären: |
Braunbären, Eis-, Zimt-, Kragenbären und Grizzlys
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| Tiger: |
Bengalische und Sibirische Tiger
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| Löwen: |
Afrikanische und Indische Löwen
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| andere Raubkatzen: |
Luchse, Pumas, Jaguare, Leoparden
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| Huftierarten: |
Giraffen, Nashörner, Flusspferde, Zwergflusspferde, Zebras,
Kamele, Dromedare, Rothirsche, Tapire, Antilopen
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| Robben: |
Kalifornische und Patagonische Seelöwen
|
| Kängurus: |
Bennett-Kängurus und graue Riesenkängurus
|
| andere Säugetiere: |
Waschbären, Stachelschweine, Nasenbären, Stinktiere,
Wüstenfüchse
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| Reptilien: |
Krokodile, Riesenschlangen, Wasser- und Landschildkröten
|
| Vögel: |
Strauße, Emus, Nandus, Mönchsgeier, Kolkraben, Enten
Gänse, Hühner |
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Finanzielle
Situation und die damit verbundene Tierhaltung
Transport und Dressur
Psychische und physische Erkrankungen
Abgesehen von einigen großen und
berühmten Zirkussen, für die dies nur eingeschränkt
zutrifft, leiden die meisten Zirkusse an ständigem Geldmangel,
was dazu führt, dass die von ihnen gehaltenen Tiere oft unter
einer nicht angemessenen Behandlung und Pflege zu leiden haben.
Die Tiere, die zumeist recht groß und/oder von Natur aus sehr aktiv sind,
müssen den überwiegenden Teil ihres Lebens in ihren winzigen Transportkäfigen
verbringen; diese dürfen sie meist nur für die kurze Zeit ihrer Darbietungen
in der Manege verlassen. Richtlinien verlangen lediglich, dass die Tiere genügend
Platz in ihren Käfigen haben, um stehen und sich umdrehen zu können.
Aber selbst diese Mindestanforderungen werden oft nicht einmal erfüllt.
Ein Tierrechtler, der 1981 verdeckt in einem Wanderzirkus ermittelte, konnte
nur staunen, denn der Zirkus war zeitweise nicht einmal in der Lage, den Tieren
ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Folglich wird das Trinkwasser
rationiert, das Reinigen der Tiere und ihrer Käfige teilweise ganz unterlassen.
Dies bedeutet für Tiere wie z.B. Elefanten, die in der freien Natur ein
regelmäßiges Baden gewohnt sind, eine echte Härte. Die Nahrung
wird häufig gleichermaßen rationiert.
Auch was die klimatischen Verhältnisse angeht, entspricht das Zirkusklima
in keiner Weise der natürlichen Umgebung der Tiere. So können beispielsweise
gerade die Sommermonate extrem schwer zu ertragen sein für Tiere wie Bären,
während andere Tiere wie z.B. Löwen wiederum entsetzlich unter Kälte
leiden.
Während des Winters, also außerhalb der Saison, werden die Zirkustiere
meist in Transportverschlägen oder in Viehställen gehalten; manche
Tiere hält man sogar in LKWs. Solch ununterbrochenes Eingepferchtsein
kann sehr schwerwiegende und schädliche Auswirkungen auf den physischen
und psychischen Zustand der Tiere haben. Nur wenige Zirkusse verfügen über
die finanziellen Mittel oder sind bereit, Geld in angemessene Winterquartiere
für die Tiere zu stecken, da diese alljährlich nur wenige Monate
lang benötigt werden.
Hierbei ist zu beachten, daß die "Zirkusleitlinien" u.a. auch
ein festes Winterquartier für die mit geführten Tiere vorschreiben.
"Unternehmen", die dies nicht vorweisen können, sind nicht berechtigt,
Tiere zu halten.
Körperliche Bestrafung war lange Zeit die gängige "Trainingsmethode" für
Zirkustiere, auch wenn moderne Trainer häufiger dazu übergehen, eher
mentale Kontrolle über das Tier auszuüben und ihm auf diese Weise "Kunststückchen" beizubringen.
Manche Tierarten sind allerdings weniger imstande, sich Trainingsmethoden anzupassen,
als andere und leiden daher ganz erheblich unter Stress während der Ausbildungsphase.
Anderen Tieren wiederum werden Medikamente verabreicht, damit man sie überhaupt
handhaben kann, oder man entfernt ihnen die Zähne. Die Darbietungen, die
die Tiere zwangsweise bringen müssen - z.B. Bären, die auf Bällen
balancieren, Affen, die Motorräder fahren, Elefanten, die auf nur zwei
Beinen stehen müssen - sind körperlich sehr unbequem und außerdem
für die Tiere völlig unnatürlich.
Die Peitschen, engen Halsbänder, Maulkörbe, Elektroschock-Knüppel
und sonstigen Werkzeuge, die bei den Vorführungen in der Manege verwendet
werden, beweisen immer wieder, dass die Tiere nur unfreiwillig und unter Zwang
agieren.
Diese oberflächlichen "Darbietungen" entwürdigen die Tiere
und lehren die Zuschauer aber auch gar nichts darüber, wie sich Tiere
unter natürlichen Umständen verhalten.
Ist die "Nutzdauer" eines Tieres für Vorführungszwecke
einmal abgelaufen, werden sie entweder in ihre Winterquartiere (also oft Käfige)
verbannt oder an andere Zirkusse oder Zoos verkauft; in manchen Ländern
werden sie sogar an Jagdfarmen (um dort zur "Freizeitentspannung" erschossen
oder als exotische Mahlzeit verspeist zu werden) oder gar an Versuchslabore
veräußert. Oft gestaltet sich ihr Lebensabend genauso wenig friedlich
oder komfortabel wie ihr übriges Leben: eingepfercht, unter Zwang und
in Elend.
Die Verwendung von Tieren in der Unterhaltungsbranche
wurde bereits in mehreren Ländern stark eingeschränkt oder
gar verboten, so z.B. in Dänemark und Schweden. In England verweigert
man Zirkussen, die Darbietungen mit Tieren bringen wollen, oft öffentliche
Plätze. Die Beendigung der Tierausbeutung würde lediglich
bedeuten, dass mehr menschliche Darbietungen für die Unterhaltung
der Menschen gebracht würden, und das würde dazu beitragen,
endlich die völlig überholte und absolut falsche Vorstellung
abzulegen, dass die Tiere nur unsere Spielzeuge sind.
Indem wir uns weigern, Zirkusse zu besuchen, d.h. finanziell zu unterstützen,
können wir denjenigen, die Tiere ausbeuten, klarmachen, daß Grausamkeit
nichts mit Unterhaltung zu tun hat.
Zusammenfassen spricht gegen die Wildtierhaltung im Zirkus u.a.:
• zu kleine oder überbelegte Käfige oder Wagen
• Futtermangel (qualitativ und/oder quantitativ)
• keine artgerechte Ausstattung der Käfige oder Wagen, da dies gar
nicht möglich ist
• Bewegungs- und Beschäftigungsmangel
• fehlende Heizung für nicht-winterfeste Arten
• Anbindehaltung, fehlende Auslaufmöglichkeiten
• Erkrankungen oder schlechter Pflegezustand der Tiere
• Gewaltanwendung im Umgang mit den Tieren
• physisch schädliche Dressurziele
• kein oder ungeeignetes Winterquartier
• Einzelhaltung sozialer Arten
• psychische Störungen wie z.B. das sogenannte „Weben“ oder „8en
Laufen“ |
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Arbeitsplätze
Auffangstationen
Soweit die Beschäftigten eines
Zirkus wegen eines nachweislich zu geringen Einkommens den notwendigen Lebensunterhalt
nicht oder nicht voll bestreiten können, gewähren die örtlichen
Sozialämter, d.h. die Ämter in den Städten, in denen der Zirkus
gastiert, Sozialhilfe gemäß den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen.
Genaue Daten darüber, wie viele Artisten Sozialhilfe in Anspruch nehmen,
sind nicht vorhanden, da die Sozialhilfestatistik Artisten nicht als eigene
Personengruppe ausweist.
Was die soziale Sicherheit und Sozialleistungen
betrifft, so werden Zirkusmitarbeiter und -künstler in den meisten EU-Mitgliedstaaten von den nationalen Sozialversicherungssystemen
erfasst.Anstatt die Betreiber solcher Zirkusunternehmen weiterhin finanziell
zu unterstützen, erscheint es mir weitaus sinnvoller, diese Gelder in
Auffangstationen für die misshandelten Tiere zu investieren.
Einige davon existieren bereits, in den meisten Fällen finanziell unterstützt
von Tierschutzorganisationen wie „4 Pfoten“ oder „PETA“ anstatt
von den Städten und Gemeinden. Hier sollte noch einmal gründlich
darüber nachgedacht werden, wem man helfen möchte: den Tierquälern
oder den gequälten, funktionalisierten Tieren?
Wie erklären wir es unseren Kindern?
Oft
genug höre ich das halbherzige Argument, Zirkus sei doch
Tradition und schaffe vor allem für Kinder die Möglichkeit,
einmal Wildtiere zu sehen. Aber Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei!
Kindern diese unnatürlichen und erniedrigenden Handlungen der Wildtiere
zu zeigen ist pädagogisch nicht sinnvoll, da ein völlig falsches
Bild über die Tiere und deren Bedürfnisse vermittelt wird.
Kindern prägt sich ein Bild von extrem vermenschlichten Tieren ein: Affen
in Menschenkleidung, Bären auf dem Fahrrad etc.
Die erzwungenen Dressurleistungen der Tiere, begleitet von Peitschenhieben
und Drohgebärden des Dompteurs, werden durch Beifall und Bewunderung bestätigt
- wenn wir von Kindheit an daran gewöhnt werden, dass Wildtiere nach unserer "Peitsche" zu
tanzen haben, lernen wir wohl kaum die Würde und Eigenarten anderer Lebewesen
zu respektieren.
Kindern fehlt das Wissen über die quälerischen Haltungsbedingungen
von Wildtieren im Zirkus.
Aber fast alle Kinder lieben Tiere auf eine ehrliche, natürliche Weise,
und wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, kritisch zwischen Illusion und
wahrem Zirkusalltag zu unterscheiden, werden sie mit Sicherheit von sich aus
einen Zirkus ohne Wildtierattraktionen bevorzugen. Kinder wollen und brauchen
die phantastische Welt der Clowns, Zauberer und Artisten. Der moderne Zirkus
bietet all das ohne Tierleid!
In unserer modernen Zeit gibt es unzählige Möglichkeiten (Bücher,
Dokumentationen im Fernsehen, das Internet) – nicht nur für Kinder – Tiere
in ihrem natürlichen(!) Lebensraum zu beobachten. So entsteht für
die Kinder ein viel realeres Bild der vielen Tierarten und deren Bedürfnissen
und Gewohnheiten. |
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| Fazit
Wildtiere gehören nicht in den
Zirkus. Es gibt keine Möglichkeit, sie dort artgerecht zu
halten. Sie müssen ihr Leben in kleinen Käfigen verbringen,
haben kaum Bewegung, keinen natürlichen Kontakt mit Artgenossen,
keine fachgemäße Betreuung. Sie sind einem fremden Klima
und dem Stress häufiger Transporte ausgesetzt. Zirkustiere
sind Zwangsarbeiter. Die kurzen Auftritte, die nur durch harten
Drill möglich gemacht werden, täuschen das Publikum über
ihr unglückliches Dasein hinter dem Manegenglanz hinweg. Kindern
wird ein falsches Bild von dem wirklichen Wesen ihrer "Lieblinge" vermittelt,
eine Karikatur. Der moderne Zirkus - und davon gibt es immer mehr
- kommt ohne die Versklavung "wilder Tiere" aus und bietet
mit den Leistungen freiwilliger menschlicher Artisten ein Vergnügen,
das nicht mit Tierleid erkauft wird.
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